How to write a novel? Teil 7 – Von der Entscheidung zur Veröffentlichung

Nun sind wir schon bei Teil 7 unserer Serie angelangt, in dem wir uns mit den letzten Schritten kurz vor der Veröffentlichung beschäftigen. Für Verlagsautoren bedeutet das, sich mit dem Autorenvertrag ausgiebig auseinanderzusetzen, Verhandlungen zu führen und die Zusammenarbeit mit dem Verlag im Vorfeld abzusprechen. Für Selfpublisher bedeutet das, abzuwägen, ob neben der eigenen Prüfung des Manuskriptes noch einmal ein professionelles Lektorat und Korrektorat herangezogen werden sollte, wie das Buchcover erstellt werden sollte und noch ein paar weitere Dinge, auf die ich im Laufe näher eingehen werde.

Ihr seid also gefühlt nur noch einen Wimpernschlag von der Veröffentlichung entfernt. Nichtsdestotrotz solltet Ihr in dieser Phase sehr wachsam sein, da einige Fehler in den letzten Entscheidungen weitreichende Konsequenzen haben können.

Für angehende Verlagsautoren

Fangen wir einmal mit der Situation an, dass Du Dich für einen Verlag entschieden hast, der dein Manuskript eingängig geprüft und für gut befunden hat. Üblicherweise setzt ein Mitarbeiter vom Verlag oder die Rechtsabteilung nun einen Vertrag für Dich auf. Der Autorenvertrag regelt jedes Detail der Zusammenarbeit und ist nach Unterschrift rechtlich bindet. Was auch immer ihr hier unterschreibt, gilt also für viele Jahre und ist nicht so einfach rückgängig zu machen. Was steht eigentlich in solch einem Autorenvertrag und worauf sollte man achten? Gehen wir einmal die verschiedenen Absätze durch, mit denen ich in meinem Autorenvertrag konfrontiert war. Selbstverständlich können andere Verträge auch noch zusätzliche Abmachungen enthalten oder einige Punkte gar nicht aufgreifen, ich berichte lediglich auf Basis des Vertrags, den ich im Herbst 2019 vorgelegt bekommen haben.

  1. Der Vertragsgegenstand:

Hier wird festgehalten, dass ihr dem Verlag das Manuskript zur Veröffentlichung überlasst und ACHTUNG auch meist das Recht abgegeben, den Titel und das Cover frei bestimmen zu können. Dies wird meist etwas freundlicher ausgedrückt, bspw. durch den Wortlaut „… wobei dem Verlag im Falle von Meinungsverschiedenheiten das Recht zur letzten Entscheidung zusteht.“, meint aber nichts anderes. Um die Situation allerding einmal zu relativieren, als Sicht des Verlages macht es vollkommen Sinn, dieses Passus hier einzubauen. Autoren sind nun einmal in den meisten Fällen recht spezielle Vögeln, wenn nun jemand in einer nächtlichen Erleuchtung das Buch gerne: „Das Buch der Bücher, welches in jedes Regal gehört“ nennen möchte, muss sich der Verlag, dessen wirtschaftliche Existenz von guten Verkaufszahlen abhängig, selbstverständlich davor schützen. In kleinen Verlagen ist es oft so, dass gemeinsam nach einem Titel gesucht wird. Ihr dürft dabei nicht vergessen, dass der Vertrag nur für den Streitfall herangezogen wird. Wenn Euer Buchtitel gefällt und nicht zu ausgefallen ist, habt ihr gute Chancen, dass der Verlag von diesem Passus gar nicht erst gebrauch macht, er KANN aber.

  1. Werkumfang und Ablieferung:

Innerhalb des zweiten Absatzes, wird sowohl die Länge des Werkes als auch das Datum der Lieferung des vollständigen Manuskriptes festgehalten. Falls das Manuskript noch nicht ganz fertig ist oder von Euch für die Veröffentlichung überarbeitet werden soll, dann wird hier quasi die Deadline spezifiziert und was in dem Fall passieren soll, wenn Ihr die Deadline nicht einhalten könnt. Beim ersten Roman ist es allerdings meist der Fall, dass das Manuskript bereits vorliegt.

  1. Rechtseinräumung:

Hier räumt der Autor dem Verlag die Nutzungsrechte in allen Nutzungsarten ein. Aber was bedeutet das genau? Das bedeutet, dass der Verlag über alle Vertreibungsmöglichkeiten (egal ob Print oder elektronisch) bestimmen und ausdifferenzieren kann. Zudem sind auch zukünftige Verbreitungsmöglichkeiten, wie bspw. Übersetzungen in andere Sprachen, Hörbuchversionen, Vorträge zum Roman, Theaterstücke oder Verfilmungen gemeint. Das Ganze geht soweit, dass sich der Verlag sogar Merchandising-Rechte sichert. Hier wird dem Verlag meist auch das Recht eingeräumt Nutzungsrechte an Dritte weiterzuverkaufen, falls bspw. eine Verfilmung nicht vom Verlag selbst durchgeführt werden kann, sondern von anderen Unternehmen. Hier habt ihr ebenfalls etwas Spielraum für Verhandlungen, um bspw. eine Abtretung der Rechte zur Verfilmung rausstreichen zu lassen. Auch wenn sich dies erst einmal dramatisch anhört, ist es doch so, dass der Verlag und der Autor doch in einem Boot sitzen. Beide wollen das Buch möglichst umfangreich an den Mann bringen. Jedoch müsst ihr Euch das so vorstellen, dass ihr in diesem Vergleich eher der Schiffsbauer seid, der das Boot zusammengeschustert hat, nun aber aber auf der Rückbank Platz genommen habt, während der Verlag mit erheblich mehr Erfahrung das Boot steuert. Dem Steuermann könnt ihr natürlich als Passagier etwas zurufen, aber am Ende des Tages entscheidet er alleine wo die Reise hingeht. Ihr solltet aber trotzdem immer beide gleichermaßen beteiligt sein, sodass der Verlag, wenn er seinen Gewinn maximieren möchte, auch gleichzeitig Euren Gewinn maximiert. Und damit kommen wir schon zum Absatz Nr. 4.

  1. Honorar und Abrechnung

Wahrscheinlich einer der spannendsten Teile. Hier geht es ums Geld, den Zaster, die Kohle. Zum einen in Form eines evtl. gezahlten Vorschusses, den Euch der Verlag gewehrt. Der Vorschluss wird meist bei Veröffentlichung des Werks an Euch ausgezahlt und mit den späteren Buchverkäufen verrechnet. Hier ist darauf zu achten, dass der Vorschluss als „nicht rückzahlbar“ betitelt ist, ansonsten kann es passieren, dass ihr das Geld wieder rausrücken müsste, falls der „worst case“ Eintritt: Nämlich, dass sich nicht genug Bücher verkaufen, um den Vorschuss aufzuwiegen (was wir natürlich nicht hoffen). Zudem ist der Verlag natürlich motivierter, Euer Buch mit voller Power zu bewerben, wenn er weiß, dass er ansonsten den Vorschluss nicht wiedersehen wird. Also zwei gute Gründe, auf diese zwei wichtigen Worte in diesem Absatz zu achten. Zum anderen werden hier aber auch die Provisionssätze festgehalten. Wie ihr überall im Internet nachlesen könnt, schwanken die Provisionssätze von Verlag zu Verlag, sind aber dennoch meist in folgender Spannweite zu finden:

Taschenbuch: ca. 5-8%

Handcover: ca. 8-10%

eBooks: ca. 20-30%

Je nach Absatzmenge, können die Prozente sich noch einmal etwas verändern. Autoren kriegen oft für den ersten 5.000 Exemplare etwas weniger und für alles was die 5000er Marke überschreitet etwas mehr. Es wird sozusagen eine Staffelung vorgenommen. Dies kann individuell mit dem Verlag ausgehandelt werden.

Bspw. beim Taschenbuch

5 Prozent von 1 bis 5.000 Exemplare

6 Prozent ab 5.001 bis 10.000 Exemplare

7 Prozent ab 10.001 Exemplare

In diesem Bereich habt ihr das größte Potenzial für Verhandlungen. Wenn ihr Euch geschickt anstellt, ist zumindest das ein oder andere Prozentchen noch mal drin, wenn auch nicht bei den ersten 5000 Exemplaren, aber zumindest ab Auflage Nr. 2, wenn der Verlag sieht, dass Euer Buch gefragt ist.

  1. Rechte und Pflichten des Verlags

Nicht nur ihr habt bestimmte Pflichten, sondern auch der Verlag. In diesem Bereich verpflichtet sich nämlich der Verlag zur Vervielfältigung und Verbreitung Eures Romans. Ihr habt richtig gehört, er VERPFLICHTET sich! Somit ist es vertraglich nicht nur die Aufgabe eines Verlags Dein Roman unter das Volk zu bringen, sondern seine Pflicht, der er bestmöglich nachkommen MUSS. Ob der Roman von den Lesern am Ende des Tages angenommen wird, ist eine ganz andere Frage, aber der Verlag ist zumindest verpflichtet den Roman allen zugänglich zu machen. Dies kann sogar aktiv eingefordert werden, falls der Verlag dieser Pflicht nicht nachkommt. Endlich mal ein Absatz zu Euren Gunsten. 😊

  1. Pflichten des Autors

Im Gegenzug verpflichtest du Dich, dem Verlag Dein Werk zur Vervielfältigung und Verbreitung zu überlassen. Drüber hinaus wir vertraglich festgehalten, dass du selbst sicherstellen musst, dass innerhalb des abgelieferten Textes keine Urheberrechtsverletzungen stattfinden und du keine Koautoren verschweigst, die ebenfalls an dem Text mitgearbeitet haben. Als letztes verpflichtet man sich, das Werk nicht anderweitig zu verwerten. Ich dürfte also ab der Unterschrift meinen Roman nicht mehr einem anderen Verlag anbieten und dort zeitgleich veröffentlichen lassen oder im Selfpublishing selbst aktiv werden.

  1. Belegexemplare

Hier wird geregelt, wie viele Freiexemplare du erhält und ob Belegexemplare zu einem Vorzugspreis an dich übergeben werden sollen. Diese Exemplare sind meist mit einem Rabatt von 50% versehen und können sehr gut von Dir als Freiexemplare für Freunde, Familie, Bekannte oder auch zu Werbezwecken genutzt werden. Hier sollte man auf jeden Fall zuschlagen. Es schadet nicht so 10-20 Bücher zuhause zu haben.

  1. Verramschung und Makulierung

Bei der Verramschung geht es um das Vorgehen, falls Dein Roman irgendwann ein Ladenhüter werden sollte. Was macht der Verlag nun mit der bereits gedruckten Restauflage, die in seinem Lager wertvollen Platz wegnimmt? Da die Bücher in solch einem Fall nicht mehr zum Normalpreis verkauft werden können, behält sich der Verlag die Möglichkeit vor, zu einem erheblich niedrigeren Preis an Restpostenhändler zu verkaufen oder im schlimmsten Fall die Bücher zu verschenken/vernichten. Hier sollte man etwas auf die Bedingung achten, ab wann eine Verramschung möglich ist. Wenn der Absatz des Buches in zwei aufeinanderfolgenden Jahren unter 200 Exemplaren liegt, erscheint ein realistischer Wert.

  1. Vertragsbeendigung

Wie lang soll der Vertrag laufen? Der Vertrag kann unbefristet laufen oder man legt eine Laufzeit von (meist 5, 10 oder 15 Jahren) fest. Der Vorteil einer Laufzeit, falls Euer Buch durch die Decke geht, könnt ihr nach auslaufen des Vertrags nachverhandeln und evtl. etwas bessere Konditionen rausholen. Der Nachteil, der Verlag kommt nach der Laufzeit einfach aus dem Vertrag raus, wenn Euer Buch zu dem Zeitpunkt doch nicht so gut läuft. Ich habe mich für eine Laufzeit von 10 Jahren bei meinem ersten Vertrag entschieden, aber ich glaube, dass nicht jeder Verlag dem Autor überhaupt die Möglichkeit bietet hier mitzureden. Fragt einfach mal nach oder schmeißt selbstbewusst eine Zahl in die Runde, mal schauen was passiert. 😊

Wenn du einen Autorenvertrag vorliegen hast, empfehle ich Dir in jedem Fall diesen mit einem Fachanwalt durchzugehen. Es gibt einfach zu viele Feinheiten und individuelle Gegebenheiten, die man nicht pauschal thematisieren kann. Da es um etwas geht, das man nicht so einfach wieder rückgängig machen kann, lohnt sich diese Investition in jedem Fall! Ist der Autorenvertrag nun nach Euren Vorstellungen, empfehle ich Euch, die Zusammenarbeit mit dem Verlag einmal zu besprechen. Macht einen Termin aus und setzt Euch mit den Vertretern zusammen, um nachzufragen, was ihr aktiv tun könnt, um den Verlag zu unterstützen. Das signalisiert Eure Einsatzbereitschaft und sorgt im besten Fall sogar dafür, dass der Verlag etwas mehr Geld in die Hand nimmt als geplant. Besprecht auch, wie das Lektorat, Korrektorat und die Grafikgestaltung für Euer Buch geplant ist. Oft seid ihr im Prozess des Lektorats noch einmal selbst gefragt, wenn der Lektor gerne einige Bereiche streichen oder umschreiben möchte. Hier lohnt es sich noch einmal mit dem Verlag Rücksprache zu halten, wie viel Einfluss man auf den Prozess nehmen kann, oder zumindest gefragt/informiert wird. Während Eurer gesamten Autorenkarriere solltet ihr niemals den Kontakt zum Verlag einschlafen lassen. Es ist ganz wichtig, dass ihr immer im Gespräch bleibt und signalisiert, dass ihr das Buch weiter pushen möchtet, ansonsten wird auch der Verlag einen Gang zurückschalten, garantiert.

 

Für angehende Selfpublisher

Wir gehen jetzt hier einmal von der Situation aus, dass ihr NICHT von einem Verlag abhängig sein wollt und Euch für das Selfpublishing entschieden habt, dennoch aber ein gleichermaßen professionelles Buch wie ein Verlagsautor rausbringen möchtet. Hierfür ist ein professionelles Lektorat meiner Meinung nach absolut unerlässlich. Lektoren tun den ganzen Tag nichts anderes, als Text zu verbessern, unlogische Passagen aufzudecken und den roten Faden zu optimieren. Wenn Du als Erstautor der Meinung bist, dass du ein besseres Gefühl für den Text hast als ein guter Lektor, dann kann ich dir an dieser Stelle bescheinigen, dass du nicht nur unter Größenwahn leidest, sondern auch das Potenzial Deines Textes nicht ausschöpfst. Bevor ich mein Manuskript ins Lektorat gebracht habe, habe ich das Feedback von 5 Testlesern detailliert eingebaut, danach habe ich den Text so lange optimiert, bis jedes Wort für mich an der richtigen Stelle saß (6 Monate lang). Als nun mein Manuskript aus dem Lektorat wiederkam und trotzdem in fast jedem zweiten Satz deutliche Änderungen vorgenommen wurden, war ich zuerst geschockt. Anschließend war ich etwas sauer und dann überwog die Neugierde. Ich nahm mir vor, eine Nacht über den Schock zu schlafen und am nächsten Tag tiefer in den Text hineinanzugehen. Und siehe da: Die Lektorin hatte Dinge verändert, für die mir längst der Weitblick fehlte, die man nur mit viel Erfahrung und einem frischen Auge überarbeiten konnte. Dinge, die den Text in 99% der Fälle erheblich bessert haben und zur Lesbarkeit beigetragen haben. Daher war es für mich eine ziemlich prägende Erfahrung, einmal am eigenen Leib zu erfahren, dass es immer noch Profis gibt, die bestimmte Dinge am Ende des Tages doch noch einmal besser drauf haben, als ich als Autor. Dies ist allerdings nur möglich, wenn Ihr auch wirklich die beste Version abgeht, zu der ihr in der Lage seid. Ansonsten arbeitet sich der Profi an Dingen ab, für die man eigentlich keinen Profi braucht (bspw. die richtige Zeit zu wählen, Absätze zu machen, usw.). Was sehr schade wäre, wenn man einmal bedenkt, dass ein guter Lektor ein paar tausend Euro für ein Manuskript ansetzt. Aber glaubt mir, wenn ihr es richtig anstellt, ist ein Lektor jeden Cent wert! Also an dieser Stelle eine absolute Empfehlung, falls das Finanzielle es zulässt!

Das Korrektorat ist hingegen etwas günstiger, da hier wirklich ausschließlich nach Rechtschreib- und Grammatikfehlern geschaut wird. Dies ist weniger die Kreativ- und mehr die Fleißarbeit, die allerdings genauso wichtig ist. Wenn ihr auf jeder dritten Seite einen Fehler in Eurem Roman habt, dann wird das definitiv den Lesefluss stören und manchen Leser vielleicht sogar dazu bringen, Euer Buch abzubrechen.

Also für beide Bereiche würde ich nicht am falschen Ende sparen und jemanden suchen, der Erfahrung in deinem Genre hat und bereit ist, sich während des Prozesses intensiv mit dir auszutauschen. Im Zweifel sollte man nach der ersten Überarbeitung noch eine zweite Runde mit Lektor und Korrektor vereinbaren, damit man wirklich das Meiste aus dem Manuskript rausholen kann. Am Ende des Tages natürlich auch wieder eine Frage des Geldbeutels.

Im letzten Schritt haben wir dann den Prozess des Grafikdesigns, der sich aus zwei Bereichen zusammensetzt. Zum einen aus der Gestaltung des Buchinnensatzes und zum anderen aus der Covergestaltung. Einen Buchinnensatz zu formatieren, wenn das gesamte Manuskript bereits fertig ist, hört sich auf den ersten Blick gar nicht so kompliziert an. Wenn man jedoch bedenkt, dass bestimmte Sicherheitsabstände eingehalten werden müssen und jede Seite einzeln kontrolliert werden sollte, macht es auch hierfür Sinn einen Profi an der Hand zu haben.

Die Covergestaltung fand ich persönlich ein sehr heikles Thema, da jeder Autor schon eine recht genaue Vorstellung davon hat, wie sein Buch später aussehen sollte. Um diese Beschreibung auch wirklich umsetzten zu können, bedarf es einer Menge Geduld und Feingefühl auf beiden Seiten: Sowohl beim Grafikdesigner, als auch beim Autor. Ich bin glücklicherweise an eine sehr talentierte und freundliche Designerin geraten, mit der dies erstaunlich reibungslos funktioniert hat. Ich würde Euch aber raten, trefft Euch auf jeden Fall vorher zu einem Vorgespräch, um ein Gespür dafür zu bekommen, ob Eure Wahl die Richtige ist und vor allem, was genau im Leistungsumfang enthalten ist (also wie viele Überarbeitungsrunden). Wenn ihr das Grafikdesign selbst in die Hand nehmen wollt würde ich Euch dennoch empfehlen, zumindest eine Person, die vom Fach ist, während des Prozesses drüber gucken zu lassen, ob das Format, die Abstände und Puffer stimmen, bevor es ein böses Erwachen gibt. Ich habe schon öfter mitbekommen, dass große Verlage im Vorfeld Marktforschungsstudien machen, um herauszufinden, welcher Titel und welches Cover für den meisten Umsatz sorgen. Dies kann man als Selfpublisher für sich im Kleinen ebenfalls nutzen. Wenn ich 20 meiner Freunde Cover A zeige, das ich designt habe und 20 weiteren Cover B (mein Alternativcover) und beide Gruppen Frage: Würdet ihr das Buch mit diesem Cover kaufen? Kann ich mich einer Marktforschung annähern und ebenfalls mögliche Covervarianten im Vorfeld testen. Ansonsten gibt es auch kostenlose Möglichkeiten Onlinebefragungen zu erstellen (bspw. auf Surveymonkey), die per Link an alle Freunde herausgeschickt werden kann. Hier gibt es die Möglichkeit, dass den Befragten per Zufall eine von beliebig vielen Covervariaten angezeigt wird und sie dann bestimmte Fragen dazu beantworten (wie ansprechend finden Sie das gesehene Cover? Wie neugierig macht Sie das Cover? Würden Sie das Buch mit diesem Cover kaufen? usw.). Es macht durchaus Sinn solche kleinen Tests durchzuführen, um wenigstens etwas objektiver entscheiden zu können. Denn ihr dürft niemals vergessen, ihr seid als Autor so tief drin, dass es einfach schwer ist sich vorzustellen, wie ein potenzieller Leser das Cover wahrnehmen würde. Durch diese einfachen Tests bekommt ihr wieder ein Gespür dafür, was der Leser wirklich möchte und wo Ihr Euch vielleicht doch ein wenig verzettelt habt.

Wenn nun Euren Text poliert habt, der Innensatz und das Cover stimmen, dann geht’s jetzt auf die Suchen nach einem Selfpublishingportal. Hier gibt’s beispielsweise die Möglichkeit über Amazon direkt zu veröffentlichen (KCP und CreatSpace) oder einen Anbieter zu wählen, der zwar auch das Buch bei Amazon für Dich listet, aber nicht direkt zum Konzernriesen gehört (BoD, ePubli oder Tredition). BoD (Books on Demand) gilt dabei als europäischer Marktführer in der Kategorie Publikationsdienstleister. Tredition war jedoch der Anbieter meiner Wahl, da hier die Servicedienstleistungen Rund um die Veröffentlichung etwas vielfältiger waren. Hier lohnt es sich den gängigen Anbietern mal einen Besuch abzustatten und die Angebote für Deinen spezifischen Fall (Seitenzahl, gewünschter Buchpreis, benötigte Zusatzunterstützung, usw.) zu vergleichen. Alle Anbieter haben eins gemeinsam, ihr braucht kein großes Vorwissen und der Prozess geht recht zügig. Preislich zeigen sich jedoch schon einige Unterschiede, also nicht direkt beim Erstbesten hochladen.

Ihr seht an diesen kurzen Abriss, dass sowohl in der Welt der Verlage als auch im Selfpublishing auf den letzten Metern noch einige Entscheidungen zu treffen sind, die sich maßgeblich auf die Zukunft Eures Romans auswirken. Ich hoffe, dass Euch dieser Beitrag auf die ein oder andere Stolperfalle aufmerksam machen konnte.

Liebe Grüße und viel Spaß beim Veröffentlichungsprozess! Wir sehen uns in der nächsten Wochen zum Thema „Die perfekte Außendarstellung“, in wir uns zum ersten mal der Zeit nach der Veröffentlichung widmen und schauen, wie Ihr Euren Roman erfolgreichen machen könnt.

Gerrit C. Paulson