Interview mit Tao.de (Teil 3)

Welche Erfahrungen beim Schreiben waren für Sie besonders prägend?

Die Erfahrung, dass Gedanken unendlich sind. Wenn man lernt die Phantasie zu kontrollieren führt sie einen wohin man möchte. Sie kann Dich zu einer Person machen, die Du gerne sein möchtest oder Dir die Fähigkeit verleihen, Dich in andere Charaktere hineinzuversetzen. Ich habe die glückliche Erfahrung gemacht, dass man sich beim Schreiben – noch intensiver als beim Lesen – in eine Geschichte hineinfühlen und Sie im Kopf ablaufen lassen kann. Dabei vergisst man manchmal alles um sich herum: Raum. Zeit. Identität.

Schreiben kann eine Art Therapie sein, genauso wie Sport, Gespräche oder Meditation. Und ich glaube das war es für mich auch. Wer das Gefühl hat, dass sich Emotionen angestaut haben, die heraus müssen, sollte den Laptop aufklappen und losschreiben.

Was hilft Ihnen bei Schreibblockaden oder kennen Sie derartiges nicht?

Ich muss gestehen, dass ich eher mit intensiven und einnehmenden Schreibschüben als mit Schreibblockaden konfrontiert war. Im Fall meines ersten Romans „Notizen eines Gewinners“ hat sich das Buch regelrecht aufgedrängt und ich hatte eher Probleme den Drang des Schreibens in manchen Phasen zu kanalisieren. Falls ich mich nicht danach gefühlt habe zu schreiben, wurde der Laptop einfach wieder zugeklappt.