How to write a novel? Teil 3: Das Handwerkszeug eines Schriftstellers

Teil 3 unserer großen Serie „How to write a novel“ beschäftigt sich mit einigen Schreibtechniken, die ein Schriftsteller so im Repertoire haben kann. Es geht also um Charakterkunde, Dramaturgie und verschiedene Erzähltechniken. Nachdem in Teil 1 beschrieben wurde, wie aus einer Idee ein Storybuch entsteht und in Teil 2, wie der innere Antrieb aussehen sollte, um aus dem Storybuch einen Text zu machen, befassen wir uns heute mit der Frage: „Was macht eigentlich einen guten Text aus?“

Wie bereits in Teil 1 erwähnt, ist es essentiell lebendige und spannende Charaktere innerhalb eines Romans zu erschaffen. Aber wie kriegt man das hin? Macht es vielleicht Sinn einfach einen perfekten Charakter zu kreieren, den sich jeder als Vorbild nehmen kann? Wahrscheinlich nicht! Und meist ist sogar genau das Gegenteil der Fall, gerade Ecken und Kanten machen einen guten Charakter erst greifbar und interessant für den Leser. Diese Person muss dabei noch nicht einmal sonderlich sympathisch sein, manchmal führen gerade negative Eigenschaften dazu, dass Eure Charaktere in Erinnerung bleiben. Aber egal ob Held oder Antiheld, was gegeben sein muss, ist, dass diese Person in ihrer eigenen Gedankenwelt recht nachvollziehbar handelt. Und das ist tatsächlich eine der wenigen Grundregeln. Ihr könnte also durchaus einen Serienkiller auftreten lassen, der für normale Menschen total verrückt handelt. Innerhalb der Gedankenwelt es Serienkillers, müssen seine Handlungen und Reaktionen allerdings einen gewissen Sinn ergeben und dieser Sinn sollte nicht (zumindest nicht ohne nachvollziehbaren Grund) durch eine zukünftige Handlung ad absurdem geführt werden. Diese Gabe, sich in Personen hineinzuversetzen und sie in ihrer Gedankenwelt zu verstehen, bescherte schon einigen Krimi-autoren den Stempel: Durchgeknallt! Man kann es sehen wie man möchte, aber diese Eigenschaft der Empathie ist zweifelsohne unerlässlich für einen guten Schriftsteller und keine einfache Sache. Damit hätten wir die erste Grundbedingung also bereits gefunden, Empathie und die Beschreibung von Handlungen, die zumindest in der Gedankenwelt der Romanfigur einen gewissen Sinn ergeben.

Noch komplizierter wird es jedoch, wenn sich ein Charakter im Laufe der Geschichte „entwickeln“ soll. Hierfür sollte dem Leser immer ein Ereignis geschildert werden, das diese Entwicklung in ihm und seiner Gedankenwelt hervorruft. Und sei es auch nur die Zeit, die ein Charakter im Laufe des Buches „lebt“. Auch der Alterungsprozess ist ein Ereignis, das bestimmte Charakterveränderungen mit sich bringen kann. Falls dieses oder jenes Ereignis jedoch nicht eintrifft gilt: Konsistenz und Stringenz machen einen Charakter glaubwürdig und helfen dem Leser, sich in die Person hineinzufühlen.

Ist diese grundlegende Bedingung der Glaubwürdigkeit erfüllt, gilt es den Charakter möglichst lebendig und plastisch darzustellen. Hierfür gibt es viele Möglichkeiten. Aufgrund des Blogcharakters werde ich allerdings nur auf zwei von ihnen eingehen, die ich persönlich besonders hilfreich finde.

1) Die Schönheit liegt im Detail. Wenn Du eine Person beschreibst, probiere Details mitzunehmen, die einem unaufmerksamen Beobachter vielleicht verborgen geblieben wären. Diese Details sollten nicht willkürlich gewählt werden, sondern immer einen bestimmten Zweck erfüllen, der in Zukunft für die Geschichte noch einmal von Wichtigkeit sein wird. Beispielsweise könnte man bei einer Personenbeschreibung folgendes anbringen; „[…] die akkurat hochgesteckten Haare, die lediglich eine einzige Strähne ihres goldblonden Haars preisgaben […]“, um die Eleganz und Eitelkeit einer jungen Dame zu betonen, die ihr später vielleicht noch zum Verhängnis werden könnte. Oder „[…] seine ausufernden Augenbrauen, zwischen denen sich bereits einige graue Härchen eingenistet hatten.“, um zu zeigen, dass der Charakter bereits etwas in die Jahre gekommen ist, ohne dagegen anzukämpfen, weshalb er in der Geschichte bestimmte Handlungsweisen an den Tag legt.

2) Die Rückblende. Meiner Meinung nach gehören gut platzierte Rückblenden mit zu den wohl schönsten Arten, einen Charakter kennenzulernen. Durch das beschreiben von längst vergangenen Erlebnissen, hat man die Chance das Handeln der Personen im Hier und Jetzt erheblich besser nachzuvollziehen. Auch wenn der Leser die Handlung des Charakters nicht gutheißt, kann eine Rückblende an der richtigen Stelle dazu führen, dass sich der Leser fragt: „Wenn ich dasselbe erlebt hätte, würde ich dann vielleicht genauso handeln.“ Eine Figur, die etwa ihre Eltern umbringt, wirkt plötzlich viel nachvollziehbarer, wenn eine Rückblende enthüllte, dass die Eltern den Protagonisten jahreslang körperlich und seelisch misshandelt haben. Eine oder mehre Rückblenden haben zudem den Vorteil, dass die „Erkenntnis“ zur Begründung einer Handlung im Hier und Jetzt für den Leser oft häppchenweise kommt und erst im Laufe der Geschichte ein vollständiges Bild ergibt, die den Charakter greifbar macht. Hierdurch springt der Leser immer wieder zwischen verschiedenen Emotionen hin und her. Genau diese gedankliche Beschäftigung, führt dazu, dass man Empathie aufbaut und das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Bei allen hier beschriebenen Techniken gilt natürlich: Übung macht den Meister! Wenn Ihr also das Schreiben kontinuierlich praktiziert und Ihr Euch von sehr guten Büchern aus Eurem Genre inspirieren lasst, wird der Fortschrift mit der Zeit ganz automatisch kommen. Es hilft natürlich auch immer sehr, einzelne Textpassagen oder Kapitel an geübte Leser zu geben und sich Feedback von Freunden und Profis einzuholen.

Um bei dieser ganzen Gemengelage den Überblick zu bewahren, weise ich noch einmal auf Teil 1 und die Empfehlung hin, während des Schreibens ein Charakterbuch zu führen.

Wenn wir uns einmal den zweiten Bereich „Dramaturgie“ anschauen, dann sprechen wir überwiegend über die Handlung einer Geschichte (den Plot) und den Spannungsaufbau. Auf der einfachsten Ebene besteht ein Roman, wie jede andere Geschichte auch, aus einem Anfang, einer Mitte und einem Ende. Innerhalb dieser drei Bereiche wird versucht, den Leser stets durch Spannungsaufbau zum Weiterlesen zu animieren. Was sich so einfach anhört, gehört wohl zu den schwierigsten Bereichen des Handwerks der Schriftstellerei. Bereits Aristoteles befasste sich mit dem heiklen Thema des Spannungsaufbau und unterschied dabei zwischen zwei Erzählformen, dem Dramen und der Komödie. Unter einem Drama verstand er die Geschichte eines guten Menschen, der unverschuldet in einen Konflikt gerät. Eine Komödie stellte für ihn die gegenteilige Situation dar: Ein schlechter Mensch gerät selbstverschuldet in einen Konflikt und wird der Lächerlichkeit preisgegeben. Schauen wir uns einmal den Aufbau eines Dramas beispielhaft an. Hierbei werden die Akte meist in 5 verschiedenen Phasen eingeteilt: 1. Die Exposition, in der die Personen und das Setup zunächst beschrieben und vorgestellt werden. Oftmals kündigt sich hier bereits ein Konflikt an. 2. Die Komplikation, in der der Konflikt deutlich herausgearbeitet wird. 3. Die Peripetie, hier erreicht die Handlung ihren Höhepunkt. In dieser Phase findet ein entscheidender Wendepunkt statt. 4. Die Retardation, in der sich die Handlung verlangsamt, um auf den letzten und entscheidenden Akt zuzusteuern. 5. Die Katastrophe. Innerhalb derer es zwei mögliche Ausgänge gibt. A) Die Katastrophe tritt ein oder B) die Katastrophe wird im letzten Moment abgewandt.

Innerhalb dieser einzelnen Phasen wird meist damit gespielt, Hoffnung und Pessimismus im Leser auszulösen, ob die Katastrophe eintrifft oder abgewandt werden kann. Spannung wird dadurch erzeugt, dass der Leser im Laufe der Geschichte stets hin und her gerissen ist und somit dem Ende entgegensehnt, das diese innerliche Spannung auflöst.

Das hört sich vielleicht auf den ersten Blick etwas theoretisch an, findet sich allerdings erstaunlich oft genau so in vielen modernen Filmen, Büchern und sogar Liedern wieder. Es macht also schon Sinn, sich grob an diese etablierte Einteilung zu halten, falls ihr die Struktur eines Dramas übernehmen möchtet. Wie ausgeprägt welcher Teil am Ende genau ist und wie schnell ihr die einzelnen Phasen durchlauft, ist oft sehr individuell und entscheidet sich sicherlich auch nach dem persönlichen Geschmack des Schriftstellers. Als praktischen Tipp würde ich Euch empfehlen Euer Storybuch einmal zur Hand zu nehmen und in Ruhe anzuschauen, welche Phasen ihr in Eurer Geschichte wann genau durchlauft, wie diese anhand der archetypischen Phasen optimiert werden können und wie der Spannungsaufbau verbessert werden kann. Diese Optimierung führt oftmals dazu, dass am Ende noch einmal einzelne Kapitel herausfallen oder weitere Zwischenkapitel eingefügt werden, die für einen besseren „flow“ mit einer optimierten Spannungskurve sorgen. Soviel als kurzer Abriss zur Dramaturgie.

Schauen wir uns einmal den dritten Bereich „die Erzähltechnik“ etwas genauer an, die eigentlich ein Oberbegriff für ziemlich viel ist. Zuerst natürlich die Erzählform, in der der Schriftsteller zwischen dem „ER/SIE Erzähler“ und dem „Ich-Erzähler“ wählen kann. Und natürlich die Erzählsituation, in der meist zwischen dem „neutralem Erzählen“, das sich allein auf das Beschreiben von objektive Handlungen von Personen bezieht und dem „personalen Erzählen“, das das Innenleben des Protagonisten/oder auch anderen Personen samt Gedanken und Emotionen mit einschließt. Noch bevor der erste Satz überhaupt geschrieben ist, gilt es sich hier einzuordnen. Daher auch der Hinweis in Teil 2 unserer Serie, dass die Reihenfolge zwischen Teil 2 „Motivation und Durchhaltevermögen“ und dem Teil 3 „Das Handwerkszeug eines Schriftstellers“ sicherlich auch in umgekehrter Reihenfolge hätte erfolgen können. Nichtsdestotrotz, finde die hier zu treffenden Entscheidung in der Erzählform und -situation meiner Meinung nach meist sehr intuitiv statt. Manchmal ist es allerdings gar nicht so schlecht mit den verschiedenen Formen gedanklich zu spielen und im Vorfeld zu schauen, welche der verschiedenen Möglichkeiten sich für Dich besser anfühlt und zu Deiner individuellen Geschichte passt.

Was ebenfalls spannend ist, ist die Unterscheidung verschiedener Erzählgeschwindigkeiten, mit denen du deinen Roman „laufen lassen“ kannst. Hierbei gibt es drei Möglichkeiten. 1) Die Erzählzeit im Buch ist in etwas genauso schnell wie die „wirkliche Zeit“, die der Leser für das Lesen der entsprechenden Passagen im Hier und Jetzt benötigt. 2) Die Erzählung ist schneller als die „wirkliche Zeit“, indem einige Passagen im Buch kürzer dargestellt werden als die Realität und damit zeitlich gestaucht werden. Und 3) die Zeitdehnung, in der einzelne Gedankengänge, Passagen oder Details so sehr ausgeschmückt werden, dass die Erzählung langsamer verläuft als die „wirkliche Zeit“. Zudem kommen auch in diesem Bereich noch Zeitsprünge und die oben bereits erwähnten Rückblenden hinzu. Ihr seht also, alleine diese zwei Bereiche der Erzähltechnik sind bereits sehr vielfältig und können einen guten von einem schlechten Roman unterscheiden.

Sind all diese grundlegenden Dinge einmal in Fleisch und Blut übergegangen, geht es tiefer in den Text und um die Möglichkeit, verschiedene Stilmittel einzubauen. Auch diese werden oft intuitiv benutzt, da sie bei vielen Menschen bereits in den alltäglichen Sprachgebrauch übergangen sind. Ich möchte Euch jedoch trotzdem an dieser Stelle ein paar Möglichkeiten vorstellen, da die Bandbreite wirklich enorm ist und das Erlernen der Stilmittel und deren zielführender Einsatz sicherlich eine Lebensaufgabe für jeden Schriftsteller darstellt. Nr. 1) Die Anapher, bei der sich bestimmte Worte in aufeinanderfolgenden Sätzen wiederholen. Ein Beispiel aus meinem Roman „Notizen eines Gewinners“ wäre: „Er merkte, dass er müde wurde, es war okay. Er spürte, dass seine Augen langsam zufielen, doch es war okay.“ Diese Wiederholung hat oft eine große Wirkung und kann die Wichtigkeit der beschriebenen Situation betonen. Nr. 2) Die Hyperbel, die eine Übertreibung darstellt, wie bspw. „Sie hatte Beine, die bis zum Himmel reichten“. Hierdurch können Dinge verbildlicht werden und führen in der Übertreibung oftmals zu einer Auflockerung des Textes. Nr. 3) Der Vergleich: „Er war gelenkig wie eine Eisenstange.“. Auch hier handelt es sich um eine Art Verbildlichung von Situationen oder Personen. Ist es entscheidend, Bilder im Kopf des Lesers entstehen zu lassen, wofür Vergleiche bestens geeignet sind. Dieser Vergleich wird umso stärker, ne näher und realitätsgetreuer man ihn ausführt. Allerdings kann ein Text mit zu vielen Vergleichen auch schnell etwas „sperrig“ wirken. Dies gilt ebenfalls für Nr. 4) „Die Metapher“. Hierbei werden zwei Bereiche miteinander verbunden, die eigentlich nicht zusammengehören. Wie beispielweise die Beschreibung: „Wenn Sie einmal richtig loslegte, konnte ihr keiner das Wasser reichen!“. Nr. 5) Die rhetorische Frage: „Wer möchte schon der letzte sein, der beim Sport gewählt wird?“. Diese Frage dient dazu, dass sich der Leser direkt angesprochen fühlt und eine Antwort in seinem Kopf abruft. „Natürlich niemand!“, denkt er sich und tritt dadurch mit dem Text in Interaktion. Auch hier gilt, desto stärker die Gedankliche Auseinandersetzung mit dem Text, desto besser.

Noch stärker werden Stilmittel, wenn der Leser die Situation selbst schon einmal erlebt hat. Bspw. „Er schlug das verstaubte Buch auf, schloss die Augen und grub seine Nase tief in die Seiten. Ein Geruch, den er unweigerlich mit dem alten Dachboden seiner Oma verband, auf dem er als Kind stundenlag Bücher durchblätterte, die er nicht verstand.“ Hier wird eine Situation beschrieben, mit der jeder Leser etwas anfangen kann, nämlich seine Nase in Bücher zu stecken und schon einmal auf dem Dachboden seiner Oma gewesen zu sein. Wenn du solche vertrauten Dinge an der ein oder anderen Stelle nutzen kannst, dann wird der Leser sich noch stärker mit dem Charakter identifizieren können.

Dies ist, wie gesagt, nur ein kleiner und sehr verkürzter Auszug von möglichen Stilmitteln, um Euch eine Idee von der Komplexität zu geben, die jedem Text innewohnt. Abschließend ist noch zu sagen, dass bei allen eingesetzten Stilmitteln oft ein gesunder Mittelweg vom Leser als angenehm empfunden wird. Ein Text ohne Stilmittel wirkt viel zu nüchtern für einen Roman, wenn du es allerdings übertreibst und in jedem zweiten Satz einen Vergleich anführst, dann wirst du den Leser schnell ermüden und die Story nicht vorantreiben können. Selbstverständlich wird bei all diesen Entscheidungen der persönliche Schreibstil des Schriftstellers sichtbar, jedoch gilt es auch die Lesbarkeit für denjenigen im Auge zu behalten, für den der Roman am Ende geschrieben wird: Den Leser!

Einen kleinen Tipp kann ich Euch zu guter letzte noch mitgeben. Es lohnt sich immer mit den Beschreibungen von Situation möglichst viele Sinne anzusprechen. Ihr müsst Euch vorstellen, wenn wir die Welt erleben, dann nehmen wir diese immer über alle unsere fünf Sinne war. Wenn ihr jetzt Situationen beschreibt, dann reicht es daher nicht aus, lediglich auf einen einzigen Sinn, bspw. auf das gesehene einzugehen, denn dann würdet ihr vier weitere Sinne komplett außenvorlassen. Statt also zu schreiben „Er wachte auf und sah seine Frau neben sich liegen“ (LEDIGLICH SEHEN) ist es erheblich plastischer, wenn ihr probiert möglichst viele verschiedene Sinne gleichzeitig anzusprechen: „Er wachte auf und roch den vertrauten Duft ihrer Haare (RIECHEN), spürte ihre weiche Haut auf seiner (FÜHLEN). Eine angenehme Wärme durchflutete ihn (FÜHLEN), als er sie leise neben sich atmen hörte (HÖREN). Langsam öffnete er die Augen und vor ihm erstrahlte das Gesicht seiner geliebten Frau (SEHEN).  Ihm wurde wieder einmal klar, wie schön es doch war, jemanden wie sie an seiner Seite zu haben.“ Ich glaube anhand dieses Beispiels wird es recht deutlich, dass es sich lohnt, mehr als eine Sinneswahrnehmung zu berücksichtigen.

Ich hoffe, Euch hat der kleine Ausflug in die Handwerkskiste eines Schriftstellers gefallen! Der Moment, in dem ich selbst die Vielschichtigkeit von Texten zum ersten Mal verstanden und erkannt habe und mir klar wurde, wie viel ein Autor beachten muss, um ein halbwegs vernünftiges Buch zu schreiben, war der Moment an dem ich kein einziges Buch mehr kritisiert habe. Es gibt einfach zu viele Dinge, die man falsch machen kann, zu viele Fallstricke, zu viele Hürden (das war übrigens jetzt eine Anapher 😉), um dem Autor nicht auch mal hier und da kleinere Fehler zu verzeihen. Niemand ist perfekt, vor allem nicht Schriftsteller. Daher freue ich mich für alle Kollegen, die bereits ein Buch herausgebracht haben und bewundere alle, die sich an die Aufgabe heranwagen, trotz der Komplexität. Haltet durch, es lohnt sich!

Liebe Grüße und bis zur nächsten Woche, in der wir einen Blick auf „Die erste eigene Überarbeitung des Manuskripts“ werfen. Bis dahin viel Spaß beim fleißigen Schreiben und der Weiterentwicklung Eures Handwerks. 😊

Gerrit C. Paulson

How to write a novel? Teil 2: Motivation und Durchhaltevermögen

Herzlich Willkommen bei Teil 2 unserer großen Serie „How to write a novel“, die ab jetzt wöchentlich für Euch erscheint. Falls Ihr bislang noch keine Zeit gefunden hab, in den ersten Teil „Von der Idee zur Struktur“ reinzuschauen, würde ich Euch dies gerne an dieser Stelle mitgeben. Die verschieben Bereiche bauen aufeinander auf und werden oftmals sequenziell bei der Entstehung eines Romans durchlaufen. Selbstverständlich ist diese Anordnung kein perfektes Konzept, sondern viel mehr ein Sammelsurium an Erfahrungen, die ich im Rahmen meiner schriftstellerischen Tätigkeit sammeln durfte und gerne mit Euch teilen möchte.

Nachdem im letzten Teil unserer Reihe schon beschrieben wurden, dass eine klare Struktur entscheidend ist, um eine Idee in ein Storybuch zu überführen (siehe Teil 1), widmen wir uns heute der Motivation und dem Durchhaltevermögen, um dieses Storybuch in einen Text umzuwandeln. Dabei ist natürlich vollkommen klar, dass es für einen guten Text erheblich mehr bedarf, als eine konsistente Struktur und die Motivation, diese auch niederzuschrieben. Nichtsdestotrotz möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass selbst das beste schriftstellerische Handwerk, zu keinem fertigen Roman führen kann, wenn der Autor keine Motivation und kein Durchhaltevermögen an den Tag legt. Daher betrachte ich im Entstehungsprozess eines Romans die Motivation als absolut notwendige und erste Bedingung für den Schreibprozess. Ohne Motivation, wird es sicherlich auch schwierig werden, sich ernsthaft mit Charakterkunde, Dramaturgie, Formenkunde oder Erzähltechniken auseinanderzusetzen. Daher würde ich gerne diesen zweiten Teil zur Motivation nahtlos anschließen und erst im dritten Teil näher auf das Handwerkszeug eines Schriftstellers eingehen, im vollen Bewusstsein, dass auch eine andere Reihenfolge durchaus möglich wäre.

Im Folgenden möchte ich meine Schilderungen so ehrlich wie möglich formulieren, auch wenn ich dabei Gefahr laufen sollte, die ein oder anderen Illusion zum romantischen Schriftstellerdasein zu zerstören. Sprechen wir es am Anfang einmal ganz schonungslos aus:

Punkt 1: Es dauert verdammt lange einen Roman zu schreiben, diesen anschließend mühsam zu überarbeiten und am Ende noch einen Verlag zu finden und

Punkt 2: Ihr könnt Euch sicher sein, dass es im Entstehungsprozess mehr Rückschläge geben wird als Euch lieb ist!

Ich sage dies nicht, um Euch zu entmutigen, abzuschrecken oder unnötig Angst zu machen, sondern, um an dieser Stelle keine falschen Erwartungen zu schüren und noch einmal zu betonen, wie wichtig die langfristige Motivation und das Herzblut ist, das ihr für solch ein Projekt aufbringen müsst. Um nur mal ein paar einfache Beispiele zu nennen, die mir während den Arbeiten an meinem ersten Roman widerfahren sind: Ich erinnere mich an einen Computervirus, der monatelange Schreibarbeit in Sekunden auf meiner Festplatte vernichtete, an Dateien, die ich versehentlich überspeichert habe, verlorene USB Sticks mit ungesicherten Texten, ganze Kapitel, in denen man sich so sehr verrannt hatte, dass sie später komplett gelöscht werden mussten. Momente in denen ich am liebsten den Laptop aus dem Fenster geworfen hätte. Wenn es mal nicht so Rund läuft, und glaubt mir, der Moment wird kommen, ist eine einzige Frage entscheidend:

Was genau ist Deine Motivation?

Vielleicht kennt ihr den golenden Kreis von Somon Sinek, der einem helfen soll, Projekte erfolgreich umzusetzen. Bei dem Schaubild handelt es sich um einen Kern in der Mitte (dem WARUM), der von zwei Ringen umgeben ist, einen mittleren (dem WIE) und einen äußeren (dem WAS). Laut Sinek funktionieren Erfolgsstrategien nur, wenn sie von innen nach außen gerichtete sind. Sprich, wir müssen uns zuerst die Frage stellen, WARUM wir etwas tun wollen, welche Bedürfnis wollen wir mit der Tätigkeit für uns abdecken? Desto näher diese Bedürfnisse, an unseren eigentlichen Grundbedürfnissen liegen, desto besser. Daher ist der Anreiz: „Ich möchte Geld verdienen“ ein ziemlich schwacher, weil wir hier nicht wirklich bis zum innersten Kern unseres Bedürfnisses vordringen. Wenn ich weiterfragen würde „Weshalb ist es dir so wichtig Geld mit einem Roman zu verdienen?“ Dann kommen wir langsam in eine Kategorie, die vllt. das Grundbedürfnis nach finanzieller Absicherung oder Sozialer Anerkennung ausdrückt. Und genau dort solltet ihr probieren hinzukommen, zu dem Kern Eures WARUMs.

Mir ist noch einmal wichtig zu sagen, dass ich es mir keineswegs anmaße individuelle Bedürfnisse von anderen zu hinterfragen oder, noch schlimmer, diese zu bewerten. Es gibt die verschiedensten Gründe, weshalb Menschen großartige Dinge tun. Und viele dieser Gründe werde ich niemals verstehen, aber das muss man auch nicht. Sei es ein Geltungsbedürfnis, Selbstverwirklichung, andere unterhalten zu wollen oder das Bedürfnis, die Welt ein wenig besser zu machen. Diese unterschiedlichen Motivationen können für verschiedene Menschen starke oder weniger starke Antriebsmotoren darstellen. Am Ende geht es einzig und allein um das Resultat.

Das einzige was ich dabei als fundamental wichtig empfinde, ist, dass man, bevor man ein Projekt beginnt, das WARUM für sich selbst ehrlich und tiefgreifend beantwortet. Nur so kann wahre intrinsische Motivation aufgebaut werden, wie auch immer diese am Ende für Euch aussieht. Für mich persönlich, war es immer sehr hilfreich mir zu vergegenwärtigen, dass eine Motivation immer stark emotional getrieben ist. Wenn Euer WARUM also nicht stark genug emotional aufgeladen und nur rational begründet ist, dann wird Eure Motivation wahrscheinlich irgendwann auf der Strecke bleiben. Im besten Fall brennt Ihr mit jeder Zelle Eures Körpers für das was Ihr vorhabt und behalten dieses Gefühl, dass ihr dabei in Euch spürt, stehts vor Augen. Als praktischen Tipp, kann ich nur empfehlen, das WARUM in einem prägnanten Satz aufzuschreiben, am besten in folgender Form „Ich werde einen Roman schreiben, weil…“. Diesen Zettel solltet ihr gut sichtbar an dem Ort aufzuhängen, an dem Ihr am liebsten schreibt. Zusätzlich lohnt es sich, einen weiteren Zettel an einem Platz in Eurer Wohnung aufzuhängen, an dem ihr täglich vorbeikommt (bspw. die Tür Eures Kühlschranks). Denn erst wenn dieses WARUM in Fleisch und Blut übergegangen ist, macht es Sinn, sich mit der eigentlichen Umsetzung (dem WIE) und dem konkreten Ergebnis (dem WAS) zu beschäftigen. Hierunter fällt natürlich auch die Frage:

Wie sieht Deine Zeitplanung aus?

Bereits im ersten Teil unserer Serie wurde erwähnt, dass ein Storybuch dabei helfen kann, den Schreibprozess in kleine „Häppchen“ einzuteilen, denn ein zu großes Ziel kann oft übermächtig wirken und die Motivation regelrecht erschlagen. Das Gehirn lässt sich jedoch zum Glück recht einfach austricksen und merkt bei der Bewältigung von vielen kleinen Teilziele gar nicht mehr, was eigentlich noch vor ihm liegt. Es hilft also für eine langfristige Motivation seine Ziele in einzelne Unterziele aufzuteilen und damit regelmäßig kleine Erfolge zu feiern. Nutzt diese Strategie, nicht nur um Kapitelweise zu denken, sondern selbst das Kapitel in einzelne Abschnitte und Seiten einzuteilen, die ihr in einem gewissen Zeitrahmen runterschreiben möchtet. Selbstverständlich wird das ein oder andere am Ende auch wieder gelöscht und editiert werden, aber aus eigener Erfahrung ist es erheblich motivierender schon einmal etwas auf dem „Papier“ stehen zu haben, als frustriert auf ein leeres Blatt zu starren. Es gilt also die Motivation durch kleine Erfolge aufrecht zu halten. Wenn man nun an die konkrete Zeitplanung denkt, stellt sich jedoch unweigerlich eine weitere Frage, nämlich:

Wie viel bist Du bereit zu opfern?

Fakt ist, dass wir alle nur 24 Stunden pro Tag und 365 Tage im Jahr zur Verfügung haben. Eine Tatsache, die alle Menschen auf diesem Planeten eint und die in unserer Zeitplanung die wohl wichtigste Restriktion darstellt. Nun müssen wir uns überlegen, was sind Dinge, die zwangsläufig in unserem alltäglichen Leben verankert sind. Neben unseren sechs bis sieben Stunden Schlaf, die wir alle brauchen, um leistungsfähig zu sein, müssen wir uns also die Fragen stellen: Wie viele Stunden nimmt unser Hauptberuf/unser Unialltag/unser Schulalltag in Anspruch? Haben wir eine Familie, für die wir Verantwortung tragen? Haben wir Kinder oder einen Pflegefall, um die wir uns kümmern müssen? Praktizieren wir eine Religion, die unweigerlich Teil unseres Lebens ist? Zusammengefasst: Was sind Dinge in unserem Leben, die einfach laufen MÜSSEN, ohne Wenn und Aber? Wenn wir dies einmal für uns geklärt haben, dann können wir uns relativ leicht ausrechnen, wie viel Zeit uns am Tag noch für andere Dinge bleibt. Sicherlich fällt diese Zahl bei dem einen höher und bei dem anderen niedriger aus, was vollkommen ok ist. Viel wichtiger ist es, eine realistische Einschätzung vorzunehmen.

Als nächstes sollten wir uns die Frage stellen, was sind Dinge, die wir gerne tun, die jedoch nur optional in unserem Leben sind? Ich treffe gerne meine Freunde, gehe zum Sport, mache Musik, schaue Filme, liege am Wochenende auch mal gerne auf dem Sofa rum, usw. Alles Dinge, die zur normalen Freizeitgestaltung gehören, aber die eher als optional anzusehen sind. Sicherlich ist der ein oder andere Punk sehr individuell. Für einen Menschen mit einem sehr starken Bedürfnis nach sozialen Kontakten, ist es wahrscheinlich ein MUSS sein, seine Freunde mehrmals in der Woche zu sehen. Für einen Einzelgänge würde dieser Punkt wahrscheinlich eher in die Kategorie „optional“ fallen. Für viele Personen ist es ein MUSS mehrmals in der Woche zum Sport zu gehen, für andere ist dieser Punkt ebenfalls eher optional. Welcher Punkt bei Dir in welcher Kategorie landet, entscheidest nur du allein. Wenn Du diese Einordnung für Dich vorgenommen hast, kommt der wohl schwierigste Teil. Nun müssen wir uns überlegen, was wir letzten Endes bereit sind von unserem optionalen Bereich für unseren großen Traum zu opfern? Wie weit möchte ich gehen, um mein Ziel zu erreichen? Opfere ich Zeit vor dem Fernseher, Sportkurse, den wöchentlichen Kinobesuch oder sogar Treffen mit Freunden für mehr Schreibzeit? Wenn ich ein gutes WARUM gefunden habe, sollte die Frage hier nicht mehr lauten: Möchte ich etwas opfern? Sondern lediglich: Wie viel bin ich bereit zu opfern? Und dies ist durchaus eine berechtigte und schwierige Frage, denn ich verspreche Euch, dass Ihr mit großer Wahrscheinlichkeit nicht glücklich werdet, wenn ihre Eure Freunde, Eure Hobbys und alles was Euch im Leben lieb ist, aufgebt, nur um ein Ziel in Rekordzeit zu erreichen. Hier geht es vielmehr darum, den goldenen Mittelweg zu finden. Sich genug Freiräume zu schaffen, um das Projekt mit der nötigen Ernsthaftigkeit angehen zu können, aber auch nicht sein ganzes Leben in Isolation und Einsamkeit zu verbringen und gar nicht mehr zu leben. Für eine langfristige Motivation ist es nämlich essentiell ein intaktes Sozialleben zu führen und nicht am Rande eines Burnouts unterwegs zu sein. Eure Freunde und Eure Partnerin/Euer Partner werden es Euch danken. Zudem ist das Schreiben ein kreativer Prozess, der, meiner Meinung nach, genau diesen Gegenpol unbedingt benötigt. Wenn Du weißt, wie viel Du bereit bist zu opfern, ohne dich selbst aufzugeben, erst dann ist es möglich einen realistischen und vor allem nachhaltigen Zeitplan aufzustellen, in dem Wochen-, Monats-, Quartals- und Jahresziele mit konkreten Seiten- und Kapitelangaben festgelegt werden.

Ich hoffe sehr, dass dieser schonungslos ehrliche Abriss zum Thema Motivation bei Dir für etwas kribbeln in den Fingern gesorgt hat. Nun gibt es nichts weiter zu tun als den Laptop aufzuklappen und in die Tasten zu hauen. Das Schriftstellerdasein kann beginnen! Nach dieser kleinen Einführung gibt es also drei wichtige Dinge hin zum fertigen Manuskript zu beachten: DURCHHALTEN, DURCHHALTEN, und nochmals DURCHHALTEN!

Liebe Grüße und bis zur nächsten Woche, zum dritten Teil unserer Serie „How to write a novel“, in dem es um folgendes Thema gehen wird: „Das Handwerkszeug eines Schriftstellers“.

Gerrit C. Paulson

How to write a novel? Teil 1: Von der Idee zur Struktur

Für alle, die sich schon einmal gefragt haben, wie eigentlich ein Roman entsteht, startet hiermit Teil 1 unserer großen Serie „How to write a novel“, die für Euch ab jetzt wöchentlich im Blogformat erscheinen wird.

Von der Idee über die Veröffentlichung bis hin zur Buchpromotion ist es ein ziemlich weiter weg. Meist einer, der sich über mehrere Jahre hinwegzieht und mit einigen Fallstricken gepflastert ist. Wir werden die einzelnen Schritte für Euch einmal genauer betrachten und Euch damit einen Blick hinter die Kulissen der Schriftstellerei geben.

Zunächst fängt natürlich alles mit der Idee an und ich bin mir sicher, dass jeder von Euch schon einmal eine ziemlich geniale Idee für eine Romangeschichte hatte. Ich möchte daher an dieser Stelle nicht darauf eingehen, wie man gute Ideen generiert, da dies glaube ich eine sehr persönliche und individuelle Sache ist. Manche haben ihre „hellen Momente“ unter der Dusche, andere beim Sport und wieder andere bei monotonen Tätigkeiten, wie Albert Einstein bei seiner Arbeit im Patentamt. Wie ihr Eure Idee findet ist, meiner Meinung nach, eigentlich relativ egal und die Tatsache, dass wahrscheinlich jeder schon einmal eine gute Idee hatte, zeigt ja auch recht deutlich, dass hier meist gar nicht das größte Problem lieg. Die Schwierigkeit beginnt viel mehr bei der Frage: Wie kriege ich diese Geschichte vernünftig auf Papier gebracht? Und dies ist keineswegs alleine eine Motivationsfrage, sondern hat darüber hinaus ziemlich viel mit guter Organisation und Struktur zu tun, die ich gerne für Euch einmal ein bisschen stärker beleuchten möchte. Vielleicht ist der ein oder andere Tipp dabei, der Euch dabei helfen kann, Euer eigenes Buchprojekt besser zu realisieren.

Wahrscheinlich habt ihr schon einmal gehört, dass viele Autoren mit einem „Storybuch“ und einem „Charakterbuch“ arbeiten, um sich zu strukturieren. Aber was genau steckt hinter diesen beiden Begriffen? Bei meiner Recherche, fand ich die abenteuerlichsten Forumsbeiträge, die mir noch einmal deutlich gemacht haben, dass es Zeit wird, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen. Fangen wir einmal mit dem ersten Begriff „Storybuch“ an. Im Rahmen eines Storybuchs probiert man als Schriftsteller seine Idee in verschiedene Abschnitte (erst grob, dann immer feiner) und anschließend bereits in klar unterteilte Kapitel einzuordnen. Das Storybuch lässt sich also als eine Art Zusammenfassung und Unterteilung des Buchinhalts verstehen. Hierbei habe ich mir persönlich angewöhnt, bereits zu jedem Abschnitt oder Kapitel einige Stichpunkte aufzulisten, was genau an dieser Stelle des Buchs passieren soll. Dies bedeutet keinesfalls, dass nicht im Schreibprozess noch das ein oder andere Kapitel hinzukommen kann, oder sich die Story nicht doch noch einmal ändern könnte. Das Storybuch gibt dem Autor aber zumindest am Anfang eine gewisse Richtung, damit er den Faden nicht verliert. Falls sich die Geschichte am Ende doch noch einmal ändern sollte, wird das Storybuch kurzerhand angepasst. Hierdurch ist es ebenfalls möglich, Änderungen und ihre Auswirkungen auf den Rest der Geschichte besser abschätzen. Nichtsdestotrotz hilft es, wenn der Anfang und das Ende mehr oder weniger gesetzt sind, damit man sich nicht zu sehr verläuft und ein klares Ziel vor Augen hat, auf das man in der Handlung zusteuert. Dazwischen hat sich bei mir eigentlich immer der ein oder andere Umweg oder auch manche Storyveränderung ergeben, was den Schreibprozess auch für den Schriftsteller immer wieder spannend und ein wenig unberechenbar macht. Dies auch zuzulassen und nicht „zu streng“ zu sein, ist meiner Meinung nach wichtig, da das Schreiben ja genau von dieser Kreativität und Freiheit der Gedanken lebt. Ein Storybuch sollte also niemals die Kreativität des Schriftstellers einschränken oder beschneiden, sondern eher die oftmals etwas zerstreuten Gedanken (ich spreche aus eigener Erfahrung) des Autors auf eine gute und stringente Storyline fokussieren.

Ein weiterer Vorteil neben der Strukturierung ist es, dass man im Schreibprozess eher kleine Happen als ein ganzes Buch „zu bewältigen“ hat. Mithilfe eines ausgearbeiteten Storybuchs fällt es dem Autor oft erheblich leichter, bestimmte Kapitel in einem Quartal oder einem Monat zu schreiben, was motivierender ist als sich das Ziel zu setzen, gleich das ganze Buch schreiben zu wollen. Die Ziele sollten also immer möglichst kurzfristig umgesetzt werden können und nicht zu abstrakt sein. Ein Storybuch hat also hier erhebliche Vorteile, um weiter motiviert zu bleiben und den Überblick nicht zu verlieren. Zudem bietet Euch dies auch die Möglichkeit, die komplette Geschichte mit Freunden, Kollegen und evtl. auch einem Verlag zu besprechen, was helfen kann kleinere Ungereimtheiten oder auch den Spannungsbogen zu optimieren. Innerhalb meines Storybuchs habe ich mir angewöhnt, zudem auf der ersten Seite einen Zeitstrahl der Geschichte aufzuzeichnen, der mir stets zeigt, wo und zu welcher Zeit bestimmte Ereignisse passieren. So ist es erheblich einfacher auch Rückblenden sauber in die Story einzubauen und nicht den Faden zu verlieren.

Neben dem Storybuch macht es meist auch Sinn ein Charakterbuch anzulegen. Während des Schreibprozesses, kann hier jeder einzelne Charakter, der im Zeitverlauf auftritt, beschrieben und klassifiziert werden. Essenzielle Informationen sind hierbei: Wann ist der Charakter das erste mal aufgetreten? Wie wurde sein Aussehen beschrieben? Wie wurde sein Charakter beschrieben? Wie und wodurch soll sich der Charakter im Laufe des Buchs wandeln/weiterentwickeln?  Mit wem steht der Charakter in welchem Verhältnis? Wie soll sich dieses Verhältnis im Laufe des Buchs wandeln/weiterentwickeln?

Dieses Charakterbuch füllt sich also parallel zum Schreibprozess und bieten ebenfalls eine gewisse Struktur, allerdings auf einer tieferen Ebene als das Storybuch. Konsistenz, Weitsicht und eine gute Charakterentwicklung gehören zu den wohl wichtigsten Eigenschaften, um dem Leser die nötige Tiefe zu vermitteln. Gerade das wiederaufgreifen von Informationen, die man dem Leser am Anfang des Buchs gegeben hat und die sich erst am Ende wie ein Puzzle zusammenfügen, sorgt für Spannung und das gewisse etwas. Dies fällt mit einem Charakterbuch auf der Ebene der auftretenden Personen erheblich einfacher.

Gerade wenn Ihr Euch vorstellt, dass viele Autoren jahrelang an einem Buch schreiben und dazu noch öfter mal eine kreative Schreibpause einlegen müssen, scheinen diese beiden Hilfsbücher essenziell, um eine Idee in einen guten Roman umzuwandeln. Eine befreundete Schriftstellerin hat einmal zu mir gesagt: Gerrit, wenn du einen Roman schreiben willst, dann musst du nicht ein Buch schreiben, sondern Drei. Vielleicht hilft auch Euch dieser kleine Tipp weiter, um Euer Buchprojekt zu realisieren.

Liebe Grüße und bis zur nächsten Woche, in der Teil 2 auf Euch wartet: „Motivation und Durchhaltevermögen“

Gerrit C. Paulson

Das Team Paulson freut sich auf ein neues Jahr!

Wir wünschen allen ein frohes neues Jahr mit vielen glücklichen Momenten, Zeit mit Freunden und der Familie und dem Fokus auf die wichtigen Dingen im Leben. Für viele ist der Jahresanfang eine Zeit, in der man etwas nachdenklich wird, sich selbst reflektiert und Ziele für das nächste Jahr setzt. Genau das haben wir natürlich auch für das Project Paulson gemacht. Alles was rund um das Buch „Notizen eines Gewinners“ im Jahr 2019 passiert ist war eine Teamleistung, die ohne die Unterstützung von hochmotivierten Leuten in der Form niemals möglich gewesen wäre. Daher danke ich als Autor für das Jahr 2019 vor allem folgenden Leuten: Joseph Gogolos, Dimitrij „Dimi“ Rozhkovskyy, Chiara S. Schmidt, Jessica „Jess“ Belorukow, Alexandra „Alex“ Schmidt. Durch Euren Einsatz im Projekt haben wir im Jahr 2019 Lesungen, Verteilaktionen, und Social Media Marketing gemeinsam durchgeführt und angefangen den Buchmarkt besser zu verstehen. Es ist mir eine Ehre mit Euch zusammenzuarbeiten! Zudem gilt mein Dank Hannes Lüxmann und Nastasja „Nasti“ Brückner, sowohl bei Fotoshooting, Videoaufnahmen, als auch musikalischer Untermauerung war auf Euch immer verlass! Vielen Dank dafür, das hat 2019 besonders gemacht! Wir freuen uns auf ein weiteres erfolgreiches Jahr und bedanken uns auch vor allem bei Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, für den Rückhalt und die Unterstützung. 2020 wird einiges passieren und wir werden Sie auf der Website und allen anderen Kanälen selbstverständlich auf dem Laufenden halten. Ich freue mich darauf! Alles Gute! Euer Gerrit C. Paulson

Notizen eines Gewinners und Thalia in Weihnachtsstimmung

Wir bedanken uns ganz herzlich bei dem Thalia Store in der Thier-Galerie Dortmund und bei all den netten Personen, die an unserem Weihnachtsstand vorbeigeschaut haben! Die Unterstützung der Buchhandlungen ist wirklich überwältigend und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Es war uns eine Ehre und Euch allen ganz viel Spaß beim Lesen! Zudem planen wir gerade eine Weihnachtsgeschenkaktion, die wir hier auf der Homepage in Kürze bekannt geben werden.

Infostand am 07.12 im Thalia Store Thier-Galerie

Der Thalia Store in der Thier-Galerie Dortmund, veranstaltet am kommenden Samstag (07.12. ab 13 Uhr) einen „Notizen eines Gewinners“ Infostand. Hier habt ihr nicht nur die Möglichkeit mit meinem Team und mir ins Gespräch zu kommen, sondern auch zu jedem Buch den limitierten „Notizen eines Gewinners“ Notizblock umsonst abzustauben. Zudem werden wir am Stand Süßigkeiten, Info-Material und ein Gewinnspiel für Euch haben. Also schaut gerne in der Zeit zwischen 13 und 15 Uhr vorbei. Ich freu mich auf Euch!

Aktuelles Gewinnspiel von Kamphausen.Media

Kamphausen.Media verlost ein Exemplar von „Notizen eines Gewinners“ im aktuellen Instagram-Gewinnspiel. Ihr fragt Euch, wie Ihr gewinnen könnt? Einfach unter @Kamphausen.Media vorbeischauen und folgende Frage beantworten: “Worin besteht Euer eigener ganz persönlicher Jackpot?“. Ich drücke Euch allen die Daumen!

Social Media Power

Wie ihr mitbekommen habt, hat sich bei uns in den letzten Monaten eine Menge im Bereich Social Media getan. Die Unterstützung durch Kollegen, Influencer, Buchblogger und Experten nimmt immer weiter zu und wir rechnen damit, dass wir noch in diesem Jahr die ersten 1000 Follower erreichen werden. Ziel ist es jedoch nicht nur Menschen zu erreichen, sondern auch eine Diskussionsplattform für Euch zu schaffen. Zudem wollen wir Euch mit hinter die Kulissen nehmen und freuen uns über jedes Feedback. Ein kleiner Hinweis am Schluss: Aktuell findet eine Kampagne unseres Verlags Kamhausen.Media statt, die ihr auf Instagram verfolgen könnt. In den nächsten Tagen wird auch ein Gewinnspiel angekündigt, welches Ihr unter @Kamphausen.Media und @gerritpaulson findet werdet.

Newsletter Kamphausen.Media

Hier geht’s zum aktuellen Newsletter des Kamphausen.Media Verlags, der sich diese Woche mit meinem Roman „Notizen eines Gewinners“ beschäftigt. Neben einer Zusammenfassung und dem Gewinnspiel hat die Online-Redaktion um Kim Walla einen Vorschau-Link zu dem neu erschienenen Hörbuch beigefügt. Vielen Dank für den Support!

Besuch bei UNIVIM e.V.

Am letzten Donnerstag habe ich bei meinen Kollegen von UNIVIM e.V. (www.univim.de) vorbeigeschaut, die ein beeindruckendes Event an der Ruhruniversität in Bochum veranstaltet haben. Hierbei geht es drum, Studierenden die Möglichkeit zu bieten, sich im Bereich Persönlichkeitsentwicklung weiterzubilden. Leider ist der Bereich in den meisten Studiengängen nicht nur unterrepräsentiert, sondern tatsächlich gar nicht vorhanden. Das Team Paulson hat sich vor allem gefreut, den Unternehmer, Freund und sehr talentierten Redner Hannes Lüxmann bei seinem Vortrag zum Thema „Emotionale Intensität – Erfolg und Stress gehören zusammen“ zu supporten. Das nächste Event folgt voraussichtlich im Januar, ich halte Euch gerne auf dem Laufenden.

Euer Wochenendpaulson